Chronik

Es war noch nicht lange her, daß Hockenheim zur Stadt wurde.
Am nördlichen Rand, beim ehemaligen Friedhof, lag ein wildromantischer
Park. In ihm tummelte sich die Hockenheimer Jugend.
Angrenzend an diesen Park wurde Ende 1800 das erste große
Gebäude erbaut: Das Gasthaus Zum Stadtpark". Bauherr
der Großgaststätte waren damals die Eheleute Jakob Simon.
Pfingsten 1898 wurde feierlich eröffnet. Durch die hervorragender
Bewirtung wurde es schnell ein beliebter Ort der Geselligkeit.
Hockenheim erlangte in jenen Jahren einen gewaltigen Aufschwung.
Das Gasthaus zum Stadtpark lag bald nicht mehr am Rande der Stadt,
sondern zierte eher Hockenheims Mitte. Lange Jahre hielt es sich
gut. Selbst den Ersten Weltkrieg und die nachfolgende Inflationszeit
hatte es überstanden.
Am 29.05.1932 fand das erste Rennen auf der neu errichteten Rennstrecke
von Hockenheim, dem sog. Hockenheimer Dreieck statt.
Der Stadtpark wurde mit großem Eifer geführt und rühmte
sich großer Beliebtheit. Nach dem zweiten Weltkrieg allerdings
fielen Schatten auf den Stadtpark. Das Haus wurde von Amerikanern
beschlagnahmt. Glücklicherweise nicht allzu lange. Bereits
im Sommer 1946 wurde wieder eröffnet. Die schwere Nachkriegszeit
folgte. Die Versorgung der Gäste war dürftig. Aber die
Wirtsleute ließen sich nicht unterkriegen.
Deshalb ging es nach den schweren Zeiten auch bald wieder bergauf.
Von 1950 bis `53r? konnte sogar kräftig renoviert werden. Viele
Feste wurden gefeiert: Kerwetanz, Fastnachtsbälle. Der Stadtpark
und deren Gäste verstanden es zu feiern. Das war bekannt.
1964-66 Um- und Ausbau der Hockenheimer Rennstrecke zum Hockenheim
Ring mit Motodrom.
Erst 1986 kam für das Gasthaus ein großer Wandel, denn
die Familie Simon bestand nicht mehr in vollem Umfang. Nachdem der
Vater verstarb hatten Mutter und Sohn jahrelang ihr bestes gegeben.
Doch kostete es viel Energie und es stellte sich die Frage den Stadtpark
zu verpachten. Diese Überlegung viel nicht leicht und dauerte
bis 1987, als dann schließlich das Gasthaus in andere Hände
gegeben wurde.
2002 Verkürzung und Modernisierung des Hockenheimringes.
Nach mehreren Pächterwechseln stand dem Stadtpark im Jahre
2002 die größte Veränderung seit seiner Gründung
bevor. Aus dem Gasthaus zum Stadtpark wurde die Brauerei zum Stadtpark.
Der mit Hans Simon bekannte und aus Hockenheim stammende Braumeister
Jochen Oehler und sein Kompagnon Jörg Hutschenreiter gingen
daran, das altehrwürdige Gasthaus in eine Gasthausbrauerei
umzubauen, die alte Traditionen mit moderner Technik verbinden sollte.
Die Idee die seit 1922 mit Schließung der Fortuna Brauerei
brachliegende Hockenheimer Brautradition wiederzubeleben, hatte
Jochen Oehler schon während seiner Lehrzeit. Es bedurfte aber
einiger Lehr- und Wanderjahre, incl. Meisterausbildung in Ulm, um
die fachlichen und kaufmännischen Voraussetzungen zu erwerben,
die nötig
sr?ind ein solches Projekt zu realisieren. Bei seiner letzten Stelle
als angestellter Braumeister lernte er den Gasthausbrauerei erfahrenen
Gastronomen Jörg Hutschenreiter kennen. Nach zwei Jahren gemeinsamer
Tätigkeit reifte der Entschluss sich jetzt selbstständig
zu machen. Ein Jahr intensiver Vorbereitung zur Erstellung eines
tragfähigen und finanzierbaren Konzeptes waren nötig,
um eine Bank zu finden, die bereit war die Existenzgründung
zu begleiten. Mit den Eigentümern des Stadtparks war man sich
schnell einig und so konnte im Juni 2002 mit den Umbauarbeiten begonnen
werden. Der Dank der Betreiber gilt hier im Besonderen der mittlerweile
verstorbenen
Eigentümerin Frau Ruth Simon, die trotz ihres fortgeschrittenen
Alters den Mut hatte, einem so umfangreichen Umbau ihres Stadtparks
zuzustimmen.
Trotz einiger Rückschläge bei der Finanzierung, Rückzug
von Leasingfirmen trotz gegebener Zusagen, gingen die Bauarbeiten
zügig voran. Mit der Brauereimaschinenfabrik Kaspar Schulz
aus Bammberg entschieden sich die Existenzgründer für
ein Unternehmen, das durch die Qualität seiner Produkte einen
Weltruf genießt. Von ersten Vorgesprächen, bis zur Eröffnung
und darüber hinaus standen die Mitarbeiter von Schulz jederzeit
mit Rat und Tat zur Seite. Besonders erwähnenswert Herr Wolfgang
Brehm, der über diese Zeit hinaus den Betreibern freundschaftlich
verbunden blieb. Mit der Innenausstattung wurde Franz Geimer aus
Waldmohr beauftragt, der es trefflich verstand die baulichen Gegebenheiten
auszunutzen und Elemente des alten Stadtparr?ks in eine moderne Gastronomie
zu integrieren.
Die Arbeiten, die wegen ungeklärter Finanzierungsfragen zunächst
nur in Eigenleistung erbracht werden konnten, nahmen nach deren
Klärung mit der Unterstützung Hockenheimer Firmen einen
raschen Fortgang. Mitte November wurde das Sudwerk, 10 hl Bräuhaus
Braublock, eingebracht. In nur drei Wochen wurde die komplette Brautechnik
installiert und in Betrieb genommen.
Der Gär- und Lagerkeller wurde ebenerdig und vom Biergarten
für den Gast voll einsehbar errichtet und ist in seiner gesamten
Höhe und Breite Isolierverglast. Acht ZKG/L von jeweils 25hl
ermöglichen, bei zwei Sorten im Ausschank, eine Jahresproduktion
von 2000 hl. Im Gastraum selbst sind neben dem Sudwerk auch die
Drucktanks aufgestellt, so dass nahezu die gesamte Brautechnik für
den Gast einsehbar ist. Am 03.12.2002, 80 Jahre nach Schließung
der letzten Hockenheimer Brauerei, konnte Braumeister Oehler, unterstützt
durch Herrn Christian Müller von Kaspar Schulz, den ersten
Sud in der Rennstadt einmaischen. So findet ein Jahrhunderte währende
Tradition ihren Fortgang.
Am 14.12.2002 war Eröffnung und seitdem stehen den Gästen
der Brauerei zum Stadtpark im Gastraum 160 und im Tanzsaal im 1.
OG 250 Sitzplätze zur Verfügung. In den Sommermonaten
ist der malerische Biergarten im Hof mit 160 Sitzplätzen Anziehungspunkt
in der Region. Die Küche reicht von regionalen, bodenständigen
Gerichten bis zu gehobenen Menus, je nach Wunsch des Gastes.
Zum Ausschank kommen ein helles r?Vollbier Pilsner Brauart (11°
P) ganzjährig und dunkle Bierspezialitäten saisonal wechselnd,
Weizen, Schwarzbier, Bock, Märzen und Dunkel. Neben AFG und
Weinen aus der Pfalz und aus Nordbaden, wird die umfangreiche Getränkekarte
ergänzt durch Cocktails und erlesen Single Malts
(min. 20 Sorten permanent).
Besonderes Highlight zum Grossen Preis von Deutschland auf dem
Hockenheim Ring: Alle Preise ohne Rennaufschlag
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